

Indien - Die Menschen
Gesichter, ausdrucksstark und freundlich, ehrliches Lächeln und unglaublicher Optimismus. Indiens Menschen strahlen aus ihren Augen, zeigen der Welt ihre herzliche und aufgeschlossene Seite.

Shore Tempel
Der Shore Tempel, idylisch gelegen am Golf von Bengalen ist eine der Hauptatraktionen in Mahabalipuram, UNESCO-Weltkulturerbe und zieht Touristen aus Indien sowie aus der ganzen Welt an.
Günnes Tipp
Indien Tag 6 – 24.12.2008
Tanjore und das Umland
Die Sache mit den Tempelschuhen
Am heutigen Tag stand schon wieder ein Tempel auf unsererem Plan. Nach einem meiner Meinung nach nicht so besonderen Frühstücksbuffet brachen wir gegen 9 Uhr auf. Gestern bei unserer Ankunft konnten wir beim vorbei fahren ja schon die schöne beleuchtete Tempelanlage und ihre beindruckende Größe bewundern. Nun hatten wir die Gelegenheit mehr über diesen weltweit brühmten Tempel zu erfahren, doch dazu später mehr.
Die Fahrt vom Hotel hier her war in ungefähr 10 Minuten geschafft und wie es nicht anders zu erwarten war drängten vor dem Haupteingang unzählige Besucher in das Innerste. Wir stiegen aus im Chaos, wo Touristen und Gläubige aus Nah und Fern zwischen Bussen, Taxis und Tuck-Tucks versuchten den Überblick zu behalten. Einen Augenblick später stand auch schon unser lokaler Guide für diese Besichtigungstour vor uns. Na, den hab ich ja mal sofort ins Herz geschlossen. Sein Englisch war perfekt und zusammen mit seiner lustigen Art und Weise einem Geschichten zu erzählen war er am Ende der Reise mein Lieblings-Lokal-Guide. Also, nun aber rein in den Tempel, gleich am Hauteingang rechts, vorbei am Elefanten und zur Schuhabgabe.

Einen Segen vom Elefanten? Kein Problem nach einer kleinen Spende
Beim Thema Tempelelefant kriegt warhscheinlich jeder Tierschützer erstmal einen Anfall. Diese Tiere, die stundenlang in den Tempeln und meist mit Ketten gefesselt irgendwo in einer Ecke stehen und darauf warten, Gläubige oder Touristen segnen zu dürfen. Genial ist schon wie diese Riesen trainiert und ganz gelassen ihren Rüssel auf Jedermanns Haupt legen. Klar, das Ganze geht natürlich nur mal wieder mit einer kleinen Spende von statten, die seinem Besitzer oder dem Tempel etwas Geld in die Kasse spült. Man sollte dieses Ritual akzeptieren und die paar Rupies für diesen Spaß kann man schon erübrigen. Und wer weiß, vielleicht bringt es ja auch was ;-) Aber gut, ich bin jetzt etwas vom eigentlichen Thema abgekommen und kehre nun zurück zu unseren Fußbekleidungen… den überaus modernen und farbenfrohen Tempelschuhen.
Wie schon oben erwähnt, befindet sich die Schuhabgabe gleich um die Ecke nach dem Eingang. Findige Geschäftsleute kamen wohl auf die Idee hier gleich ein paar Souveniershops mit aufzustellen. Eigentlich ein intelligent gewählter Platz, wenn sie jetzt noch schöne Dinge verkaufen würden… fast perfekt. Hier erhält man unter anderem Quietschezeug, Blinkezeug, Krachzeug, Krimskrams der überflüssig und kitschig ist. Wers braucht, kann sich hier mal mit dem Nötigsten versorgen und sein trautes Heim um ein paar Urlaubsmitbringsel erweitern. Staubfänger bezeichne ich diese Gegenstände, weder schön noch sinnvoll! So, endlich raus aus den Sandalen und rein in die Tempelschuhe. Tempelschuhe? Ja, ihr habt schon richtig gelesen. Meine Wenigkeit hat gerne darauf verzichtet diese Dinger anzuziehen, aber vier aus unserer Gruppe wollten sich dieses modische Highlight natürlich nicht entgehen lassen und stapften frisch besohlt mit uns in den Tempel.

Der Tempelschuh, ich bezeichne ihn als Socke des Grauens
Hier im Innenbereich des Tempels angekommen gab es zu allererst mal ein paar geschichtliche Hintergründe zu diesem Bauwerk. Der Shiva geweihte Brihadisvara-Tempel ist einer der bedeutendsten Tempel Südindiens und gehört seit 1987 auch zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im Jahre 955 wurde der Bau durch Rajaraja I. veranlasst und wurde erst im Jahre 1010 fertig gestellt. Wie ich oben schon erwähnt hatte, konnte uns unser Guide perfekt Auskunft über dieses Bauwerk erteilen und hatte oft auch noch einen kleinen Gag auf Lager. Doch plötzlich, während unser Guide mitten in seinen Ausführungen war bekamen wir Gesellschaft in Form einer älteren Inderin, die unseren Guide heftig argumentierend auf die “Tempelsocken” ansprach. Diese kleine Frau war völlig ausser Rand und Band und mit wilden Gesten und einem entsetzten Gesicht unterstrich sie ihre lautstarken Worte. Sie mochte nicht glauben – wurde uns später erklärt – dass es sowas wie Tempelsocken gibt und war ziemlich erbost, dass hier Leute mit Schuhen bekleidet im Tempel herum liefen. Es kam zu einem kleinen Wortgefecht zwischen ihr und unserem Guide. Er versuchte sie zu beruhigen mit seiner ruhigen Art und versicherte ihr, dass genau diese Tempelschuhe hier und in weiteren Tempeln von der Regierung gestattet wären. Sauer zog die kleine ältere Dame ab und wir setzten unsere geschichtliche Reise fort.
Nachdem wir uns alle Aufgrund dieser Aktion im Geiste wieder völlig auf die Vergangenheit dieses Tempels eingelassen hatten, wurden wir kurz darauf erneut von dieser kleinen Inderin heimgesucht. Zurück aus dem Tempel-Office, wo sie sich anscheinend über Fußkleider im Tempel erkundigte, fing sie erneut ein Gespräch wegen dieser für sie unsittlichen Gegenstände an. Irgendwie muss ihr wohl bestätigt worden sein, dass diese Tempelsocken erlaubt sind, doch sie wollte das nicht akzeptieren und wütete umher. Nach ein paar Minuten war der Käse gegessen und sie zog ab, grimmig und sehr angefressen, was unser Guide nur mit einer abfälligen Handbewegung (Die offene Hand über die Schulter nach hinten werfend) kommentierte.
Die Berichte zum Tag 6 der Reise
- Die Sache mit den Tempelschuhen
- Im Tempel, am Tempel und drum herum
- Unser erster Crash
- Zum Abschluß noch einen Teppich?
- Freigang in Tanjore
- Weihnachten in einem fernen Land
















